Was jetzt sofort wichtig ist
- 1.EN 16931-1:2026 ist BEREITS genehmigt und publiziert (CEN: 13. Februar 2026, Definitivtext: 18. März 2026). Die neue Norm ist nicht mehr 'kommend' – sie ist da.
- 2.XRechnung 4.0 basiert auf dieser neuen Norm und ist NICHT rückwärtskompatibel mit XRechnung 3.x.
- 3.Ab 1. Januar 2027 gilt die Ausstellungspflicht für Unternehmen >800.000 € nach der NEUEN Norm.
- 4.Peppol entfernt am 1. August 2026 alle Profile unter Version 3.0 aus dem Netzwerk.
- 5.ZUGFeRD wartet noch auf die CII D25A-Syntax-Schemata – kein fixes Veröffentlichungsdatum.
1. Exakte Timeline: Alle Daten und Meilensteine
Alle Einträge sind quellenbelegt. Quelle: ZUGFeRD Community, VATupdate, invoice-portal.de, The Invoicing Hub, EU-Kommission – alle 2026.
16.04.2014
AbgeschlossenEU-Richtlinie 2014/55/EU
Verpflichtung aller EU-Mitgliedstaaten: E-Rechnung im öffentlichen Beschaffungswesen
17.10.2017
AbgeschlossenCEN/TC 434
EN 16931-1:2017 veröffentlicht – erstes semantisches Datenmodell für E-Rechnungen
27.11.2018
AbgeschlossenEU-Kommission
Entscheidung 2018/1649/EU: EN 16931 als offizieller EU-Standard referenziert
18.04.2020
AbgeschlossenERechV Bund
Bundesbehörden: Pflicht E-Rechnung EMPFANGEN (XRechnung)
27.11.2020
AbgeschlossenERechV Bund
Bundesbehörden: Pflicht E-Rechnung AUSSTELLEN – B2G Bund vollständig
01.01.2022
AbgeschlossenLänder-ERechV
Landesbehörden: Pflicht E-Rechnung empfangen (je nach Bundesland)
27.03.2024
AbgeschlossenWachstumschancengesetz
§14 UStG geändert: B2B-E-Rechnungspflicht gestaffelt 2025 / 2027 / 2028 eingeführt
01.01.2025
Abgeschlossen§14 UStG
EMPFANGSPFLICHT B2B: ALLE deutschen Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können
04.12.2025
AbgeschlossenFeRD / FNFE-MPE
Factur-X 1.08 / ZUGFeRD 2.4 veröffentlicht – aktuell letzte gültige Version
13.02.2026
AbgeschlossenCEN/TC 434
EN 16931-1:2026 einstimmig genehmigt – 17 Mitgliedstaaten, keine Gegenstimmen
18.03.2026
AbgeschlossenCEN
Definitivtext EN 16931-1:2026 freigegeben – Verteilung an nationale Normungsstellen
31.03.2026
AbgeschlossenBSI (UK)
BS EN 16931-1:2026 als erste nationale Ausgabe publiziert (käuflich, BSI Group)
27.04.2026
AbgeschlossenZUGFeRD Community / FeRD
Deutsche Bestätigung: EN 16931-1:2026 veröffentlicht (zugferd-community.net)
Mai 2026
In UmsetzungKoSIT
XRechnung 4.0 angekündigt – 'grundlegende Weiterentwicklung' auf EN 16931-1:2026-Basis
H2 2026
In UmsetzungKoSIT
XRechnung 4.0 Vorabversion zum Testen (NICHT für Produktion)
Juli 2026
In UmsetzungCEN/TC 434
Formale Abstimmung Syntax-Bindings UBL 2.5 / CII D25A (Parts 3–6)
01.08.2026
Kritische DeadlineOpenPeppol
Peppol entfernt ALLE Profile unter 3.0 aus dem Netzwerk – kein Fallback mehr
Mitte/Ende 2026
In UmsetzungKoSIT / FeRD
XRechnung 4.0 finale Spezifikation nach CEN Syntax-Genehmigung. ZUGFeRD: wartet auf D25A
01.01.2027
Kritische Deadline§14 UStG / Wachstumschancengesetz
AUSSTELLUNGSPFLICHT B2B: Unternehmen > 800.000 € Jahresumsatz – nach EN 16931-1:2026
01.01.2028
Kritische Deadline§14 UStG
AUSSTELLUNGSPFLICHT B2B: ALLE deutschen B2B-Unternehmen
Ab 2028
Kritische DeadlineEU ViDA 2025/516/EU
Verpflichtende E-Rechnung + DRR für innergemeinschaftliche B2B-Transaktionen (EU-weit)
2030
GeplantEU ViDA
Vollständige Implementierung ViDA: Echtzeit-Meldepflichten (DRR) für alle EU-Transaktionen
Aktuell gültige Versionen (Mai 2026)
EN 16931-1:2026 – Genehmigt und publiziert. XRechnung 3.0.x – Aktuell in Produktion (KoSIT), 4.0 in Vorbereitung. Factur-X 1.08 / ZUGFeRD 2.4 – Publiziert 04.12.2025, aktuell letzte gültige Version. UN/CEFACT CII D22B – Aktuell im Einsatz, wird durch D25A abgelöst (nach Syntax-Binding-Genehmigung Juli 2026).
2. Gesetzliche Grundlagen: Die Rechtshierarchie
Die E-Rechnungspflicht ergibt sich aus einem mehrstufigen Rechtsrahmen. Das Verständnis der Hierarchie ist entscheidend – denn jede Ebene bestimmt, welche technischen Anforderungen verbindlich sind.
2.1 Die vier Rechtsstufen
Stufe 1 – EU-Richtlinien
Verbindliche Ziele für alle Mitgliedstaaten (2014/55/EU, ViDA 2025/516/EU).
Stufe 2 – Europäische Normen (EN)
Technische Standards des CEN, von der EU-Kommission referenziert.
Stufe 3 – Nationales Recht
ERechV, §14 UStG, Wachstumschancengesetz.
Stufe 4 – Technische Spezifikationen
XRechnung (KoSIT), ZUGFeRD / Factur-X (FeRD / FNFE-MPE).
§14 UStG: Die entscheidende gesetzliche Definition
Nach §14 Abs. 1 UStG (Fassung Wachstumschancengesetz, 27.03.2024) ist eine E-Rechnung ein Dokument, das 'in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird, das die automatische und elektronische Verarbeitung ermöglicht und das der Norm EN 16931 entspricht.' Ein PDF ohne eingebettetes XML ist ausdrücklich KEINE E-Rechnung im Sinne des Gesetzes – auch wenn es digital versendet wird. Ab 1.1.2027 muss das Format der NEUEN EN 16931-1:2026 entsprechen.
2.2 Die wichtigsten Rechtsgrundlagen
EU-Richtlinie 2014/55/EU (16.04.2014)
Verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, im öffentlichen Beschaffungswesen E-Rechnungen nach EN 16931 zu akzeptieren. Grundlage aller nationalen Umsetzungen.
EN 16931-1:2026 (genehmigt 13.02.2026)
Neue semantische Datennorm. Ersetzt EN 16931-1:2017. Bildet ab sofort die technische Pflichtgrundlage für alle konformen E-Rechnungsformate in Europa.
E-Rechnungsverordnung ERechV (04.09.2017)
Nationale Umsetzung für Bundesbehörden. Schreibt XRechnung als Pflichtformat für B2G auf Bundesebene vor. Gilt weiterhin – mit Update auf XRechnung 4.0.
Wachstumschancengesetz (27.03.2024)
Ändert §14 UStG: gestaffelte B2B-Pflicht ab 2025 (Empfang), 2027 (Ausstellen >800k €), 2028 (alle Unternehmen).
EU-Richtlinie ViDA 2025/516/EU
VAT in the Digital Age. Verpflichtende E-Rechnung + Echtzeit-Meldung (DRR) für alle innergemeinschaftlichen B2B-Transaktionen ab 2028. EN 16931-1:2026 ist bewusst ViDA-kompatibel entwickelt worden.
3. Was sich konkret ändert: EN 16931-1:2017 vs. 2026
Die ZUGFeRD Community hat am 27. April 2026 die Veröffentlichung der EN 16931-1:2026 offiziell bestätigt. Kombiniert mit den Analysen von invoice-portal.de und The Invoicing Hub ergibt sich folgende Übersicht.
| Bereich | EN 16931-1:2017 (alt) | EN 16931-1:2026 (neu) |
|---|---|---|
| Semantisches Datenmodell | Primär B2G, begrenzte B2B-Szenarien | Vollständig B2B-fähig, komplexe Geschäftsvorfälle abgebildet |
| Referenzen / Bestellungen | Strict: 1 Bestellung – 1 Lieferung – 1 Rechnung | Aufgehoben: mehrere Bestellungen/Lieferungen pro Rechnung möglich |
| XML-Syntax | UBL 2.1 + CII D16B / D22B | UBL 2.5 + CII D25A – NICHT rückwärtskompatibel! |
| Zahlungsbedingungen | Eingeschränkt, Skonto kaum abbildbar | Mehrere Zahlungsbedingungen, Skonto, Verzugszinsen strukturiert |
| Parteien / Identifikatoren | Uneinheitliche IDs, wenig Flexibilität | Flexible Rollen, mehrere Buyer-IDs, Business-Identifikatoren |
| ViDA-Datenpunkte | Keine DRR-spezifischen Felder | IBAN, transaktionsbasierte MwSt-Meldungsfelder, Echtzeit-Reporting |
| Validierungsregeln | Teils mehrdeutig, Interpretationsspielräume | Geschärfte Business Rules, Inkonsistenzen korrigiert |
| Extensions / CIUS | Informal, kein standardisierter Mechanismus | Extension Component Library: Branchen-Extensions unabhängig |
| XML-Anhänge | Nur via Extensions möglich | Strukturierte XML-Anhänge im Kernmodell verankert |
| Rückwärtskompatibilität | — | KEINE – XRechnung 3.x-Rechnungen bestehen 4.0-Validierung nicht |
| Code-Listen-Zyklus | Unregelmäßige Updates | Regelmäßige Updates der Code-Listen, Validierungsartefakte, Syntax-Bindings |
Keine Rückwärtskompatibilität – der kritischste Punkt
XRechnung 3.x-Rechnungen bestehen die XRechnung 4.0-Validierung NICHT. Bestehende Implementierungen müssen vollständig neu aufgebaut werden – nicht nur um einige Felder ergänzt.
3.2 Versionsübersicht: Alt vs. Neu
| Standard / Format | Aktuelle Version | Neue Version | Syntax | Status |
|---|---|---|---|---|
| EN 16931-1 | 2017 | 2026 | Syntax-neutral | ✅ Genehmigt 13.02.2026 |
| XRechnung | 3.0.x | 4.0 | UBL 2.5 / D25A | ⏳ Vorab H2 2026 |
| ZUGFeRD / Factur-X | 2.4 (= 1.08) | Folgt nach D25A | CII D25A | ⏳ Datum offen |
| Peppol BIS | 3.0 | 4.0 | UBL 2.5 | ⏳ Parallel zu XR 4.0 |
4. Die 10 wichtigsten Neuerungen mit IT-Bewertung
Alle Punkte sind aus mehreren unabhängigen Quellen verifiziert. Die IT-Bewertung bezieht sich auf den Implementierungsaufwand für laufende Projekte.
Aufhebung der 1:1-Regel: Mehrere Bestellungen pro Rechnung
ZUGFeRD Community · invoice-portal.de
Die strikte Regel 'eine Bestellung – eine Lieferung – eine Rechnung' ist aufgehoben. Sammelrechnungen über mehrere Bestellungen und Lieferungen sind jetzt im Kernmodell möglich. Das entspricht realen Lieferketten und war eine der meistgeforderten Verbesserungen. Direkte Auswirkung: ERP-seitiger Dreifachabgleich (Three-way matching) muss überarbeitet werden.
Neue XML-Syntaxen: UBL 2.5 + CII D25A – keine Kompatibilität zu 2.1 / D22B
The Invoicing Hub · invoice-portal.de · e-invoice.app
Die technischen XML-Schemata wechseln vollständig. UBL 2.5 für XRechnung-UBL-Variante, CII D25A für ZUGFeRD und XRechnung-CII-Variante. Die Syntax-Bindings werden Juli 2026 formal verabschiedet. Bis zur D25A-Veröffentlichung kann ZUGFeRD keine finale neue Version veröffentlichen.
ViDA-Felder: IBAN, Skonto, mehrere Zahlungsbedingungen, Verzugszinsen
ZUGFeRD Community · The Invoicing Hub · RTC Suite
Neue strukturierte Pflicht- und optionale Felder für die künftigen DRR-Meldpflichten (ViDA): Detaillierte Bankverbindung (IBAN), Cash Discounts (Skonto), mehrere Zahlungsbedingungen, Late Payment Penalties. Diese Felder sind technisch essentiell für die transaktionsbasierte MwSt-Meldung in Echtzeit, die ViDA ab 2028 vorschreibt.
Extension Component Library: Branchenspezifische Erweiterungen unabhängig
invoice-portal.de · RTC Suite
Formal neues Erweiterungsarchitektur-Framework. Branchen (Bauwesen, Gesundheit, Automotive, etc.) können eigene Extensions unabhängig vom Kernstandard entwickeln und veröffentlichen – ohne auf CEN/TC 434 warten zu müssen. Gleichzeitig formale Standardisierung des CIUS-Mechanismus (Core Invoice Usage Specifications wie XRechnung).
XML-Anhänge im Kernmodell verankert
invoice-portal.de · The Invoicing Hub
Strukturierte XML-Anhänge (Spezifikationen, Berichte, Lieferscheine, Zertifikate) sind jetzt fester Bestandteil des Kernmodells – bisher waren sie auf Extensions beschränkt. Relevant für Branchen mit komplexen Belegpflichten (Pharma, Industrie, öffentliche Auftraggeber).
Schärfere und korrigierte Business Rules (Validierung)
ZUGFeRD Community · The Invoicing Hub
Langjährige technische Unschärfen und Interpretationsspielräume wurden beseitigt: Ambiguöse Steuerkategorie-Kombinationen, Rundungsprobleme und der fehlende Waren/Dienstleistungs-Indikator auf Positionsebene – allesamt bisher Hauptquellen für Validierungsfehler. Business Terms klarer definiert, technische Inkonsistenzen korrigiert.
Flexible Parteien-Rollen und mehrere Buyer-Identifikatoren
ZUGFeRD Community · RTC Suite
Das Datenmodell ermöglicht jetzt flexiblere Rollenbesetzung der beteiligten Parteien und mehrere Business-Identifikatoren pro Käufer (z. B. GLN, LEI, EORI, W-IdNr). Relevant für Konzernstrukturen, Marktplatz-Rechnungen und grenzüberschreitende ViDA-Meldungen.
Peppol BIS 4.0 auf gleicher Normenbasis – Konvergenz national/international
invoice-portal.de · The Invoicing Hub
OpenPeppol entwickelt Peppol BIS 4.0, das BIS 3.0 und PINT (Peppol International) auf EN 16931-1:2026-Basis vereint. XRechnung 4.0 und Peppol BIS 4.0 teilen damit erstmals exakt dieselbe semantische Grundlage. Kritisches Peppol-Datum: 1. August 2026 – alle Profile unter 3.0 werden aus dem Netzwerk entfernt.
GEBA: Neues deutsches Peppol-Adressierungsschema
e-invoice.app · VATupdate
Deutschland veröffentlicht GEBA (German Electronic Business Address) als optionales Peppol-Adressierungsschema, basierend auf der W-IdNr (Wirtschafts-Identifikationsnummer des Bundeszentralamts für Steuern). GEBA ist freiwillig, ergänzt bestehende Peppol-IDs und ist Grundlage für optimiertes automatisches Routing ab XRechnung 4.0.
Vorbereitung auf transaktionsbasierte Echtzeit-MwSt-Meldung (ViDA DRR)
ZUGFeRD Community · EU-Kommission · VATupdate
Die EN 16931-1:2026 enthält explizit Datenpunkte und Strukturen für die künftigen Digital Reporting Requirements (DRR) gemäß ViDA. Laut ZUGFeRD Community (27.04.2026): 'Die E-Rechnung wird zur verlässlichen Grundlage für automatisierte VAT-Kontrollen und nahezu Echtzeit-Reporting.' Wer jetzt auf EN 16931-1:2026 migriert, ist automatisch ViDA-ready für 2028.
5. IT-Auswirkungen auf laufende Projekte
Für jedes laufende E-Rechnungs-Projekt gilt: Die bisherige Planung auf Basis von XRechnung 3.x / EN 16931-1:2017 ist unvollständig. Folgende Bereiche müssen geprüft und angepasst werden.
| IT-Bereich | Aufwand | Bis wann | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| XML-Syntax D25A / UBL 2.5 | Hoch | H2 2026 | Neue XSD-Schemata referenzieren; gesamtes XML-Mapping neu aufbauen |
| Schematron-Validierung | Hoch | H2 2026 | Neue Business Rules der EN 16931-1:2026 einbinden; Testsuiten komplett erneuern |
| Multi-Bestellungslogik | Sehr hoch | 2026 | 3-way-matching im ERP überarbeiten; 1:1-Annahme code-seitig entfernen |
| Zahlungsfelder (ViDA) | Mittel | H2 2026 | IBAN, Skonto, mehrere Zahlungsbedingungen, Verzugszinsen im Datenmodell ergänzen |
| Buyer-Identifikatoren | Mittel | H2 2026 | Mehrere Business-IDs pro Partei unterstützen; ID-Typ-Codes aktualisieren |
| Extension-Framework | Mittel | 2026/2027 | Extension Component Library evaluieren; eigene Branchen-Extensions formal definieren |
| XML-Anhänge Kernmodell | Niedrig | H2 2026 | Anhang-Handling aus Extension-Bereich ins Kernmodell migrieren |
| Peppol-Profile | Kritisch | 01.08.2026 | Vor 1. August: Sicherstellen, dass mindestens Peppol BIS 3.0 aktiv – sonst Netzwerkausschluss! |
| Code-Listen-Management | Niedrig | Jetzt | Automatischen Update-Prozess für EN 16931-Code-Listen einrichten |
| Archivierung / DMS | Niedrig | Ende 2026 | Neue Formatversionen (XR 4.0, ZUGFeRD neu) als valide Archivformate konfigurieren |
🚨 Sofort-Check: Ist Ihr Peppol-Zugang sicher?
Am 1. August 2026 entfernt OpenPeppol alle Profile unter Version 3.0 aus dem Netzwerk. Prüfen Sie sofort: Welche Peppol-Profilversionen sind bei Ihnen aktiv? Setzen Sie sich mit Ihrem Peppol Access Point Provider in Verbindung und stellen Sie sicher, dass mindestens BIS 3.0 aktiv ist. Quelle: invoice-portal.de, 30.04.2026.
6. Konkrete Projektplanung 2026–2028
Jetzt sofort – Mai/Juni 2026
- Peppol-Profilversionen prüfen – mind. BIS 3.0 vor dem 1. August 2026 aktiv
- ERP/Softwareanbieter kontaktieren: Roadmap für XRechnung 4.0 und neue ZUGFeRD-Version anfragen
- Empfangspflicht sicherstellen: Gilt seit 01.01.2025 für alle deutschen B2B-Unternehmen
- EN 16931-1:2026 Dokument beschaffen: z.B. BSI Group (kostenpflichtig) oder EU-Kommission (kostenfreie Parts 1+2)
- Projektplan aktualisieren: Alle Planungen auf Basis EN 16931:2017 / XRechnung 3.x überarbeiten
H2 2026 – XRechnung 4.0 Vorabversion und Syntax-Bindings
- XRechnung 4.0 Vorab-Spezifikation studieren (erscheint H2 2026, nur für Tests, nicht Produktion)
- Nach CEN Syntax-Binding-Genehmigung (Juli 2026): UBL 2.5 + CII D25A XSDs integrieren
- Multi-Bestellungslogik im ERP/Backend überarbeiten – Three-way-matching-Annahmen prüfen
- Schematron-Validierungstools auf neue Business Rules aktualisieren
- Testinstanzen für alle aktiven Profile erstellen und validieren
Ende 2026 / Q1 2027 – Go-Live
- XRechnung 4.0 finale Spezifikation implementieren und in Produktion bringen
- ZUGFeRD: Update einspielen, sobald nach D25A-Veröffentlichung verfügbar
- 01.01.2027: Ausstellungspflicht für Unternehmen > 800.000 € Jahresumsatz
- Koexistenz sicherstellen: Systeme empfangen weiterhin XRechnung 3.x von Partnern, die noch nicht migriert haben
2027–2028 – Vollständige Compliance und ViDA
- 01.01.2028: Ausstellungspflicht für ALLE B2B-Unternehmen
- ViDA-DRR-Felder: IBAN, Zahlungsfelder, transaktionsbasierte MwSt-Daten vollständig befüllen
- GEBA-Registrierung: W-IdNr als Peppol-ID hinterlegen für optimiertes Routing
💡 API-First-Strategie: Normkomplexität auslagern
Statt jeden Normwechsel selbst zu implementieren, nutzen zukunftsorientierte Teams eine dedizierte E-Rechnungs-API wie rechnungsapi.de. Die API übernimmt Erzeugung, Validierung und Konvertierung – und wird automatisch auf XRechnung 4.0, neue ZUGFeRD-Version und ViDA-Anforderungen aktualisiert. Ihr Team konzentriert sich auf Geschäftslogik, nicht auf Normenpflege.
7. Steuerrechtliche Risiken und Cashflow-Konsequenzen
Die technischen Anforderungen der neuen EN 16931-1:2026 haben unmittelbare steuerrechtliche und finanzielle Konsequenzen – auch für Unternehmen, die selbst konform sind, aber nicht-konforme Rechnungen von Lieferanten erhalten. Das BMF-Schreiben vom 15.10.2025 definiert drei Fehlerkategorien.
| Fehlerart | Vorsteuerfolge | Typische Ursache |
|---|---|---|
| 1. Formatfehler | ❌ Kein Vorsteuerabzug bis Korrektur | PDF statt E-Rechnung · XRechnung 3.x nach 1.1.2027 · Falsches XML-Schema |
| 2. Geschäftsregelfehler | ❌ Kein VSt, solange fehlerhaft | XML inkonsistent · Steuerbetrag ≠ Steuersatz × Nettobetrag · PDF und XML weichen ab |
| 3. Inhaltsfehler | ❌ Vorsteuer sofort weg | Falsche Steuernummer · fehlendes Leistungsdatum · unvollständige Beschreibung |
ZUGFeRD: Das XML ist maßgeblich – nicht das PDF
BMF-Schreiben 15.10.2025 explizit: Bei hybriden Formaten wie ZUGFeRD gilt ausschließlich der strukturierte XML-Datensatz – nie das PDF. Auch wenn das PDF perfekt aussieht, kann der Vorsteuerabzug versagt werden, wenn Pflichtangaben im XML fehlen oder falsch sind. Die Sichtprüfung des PDFs allein reicht damit rechtlich nicht mehr aus.
Fazit: Jetzt EN 16931-1:2026-ready werden
Die EN 16931-1:2026 ist keine ferne Bedrohung – sie ist seit 13. Februar 2026 genehmigt und seit 18. März 2026 als Definitivtext veröffentlicht. XRechnung 4.0, ZUGFeRD und Peppol BIS 4.0 werden alle auf dieser Basis konvergieren.
Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt keine Rückwärtskompatibilität. XRechnung 3.x-Rechnungen bestehen die 4.0-Validierung NICHT. Bestehende Implementierungen müssen vollständig neu aufgebaut werden – nicht nur um einige Felder ergänzt.
Unsere Empfehlung: Beginnen Sie sofort mit der Inventur. Prüfen Sie Ihren Peppol-Zugang vor dem 1. August 2026. Kontaktieren Sie Ihren ERP-Anbieter. Wer bis Ende 2026 keine konkrete Roadmap hat, wird die 01.01.2027-Deadline nicht halten – mit direkten steuerlichen und finanziellen Konsequenzen.
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Quellenverzeichnis – alle Fakten verifiziert
Dieses Dokument basiert ausschließlich auf verifizierten, datierten Quellen aus dem Jahr 2026. Keine Aussage basiert auf Schätzungen oder unverifizierten Prognosen.
| Quelle | Datum | URL / Beschreibung |
|---|---|---|
| ZUGFeRD Community (FeRD) | 27.04.2026 | zugferd-community.net/de/blog/neue-en-16931-1-2026-veroeffentlicht – Deutsche Primärquelle, Bestätigung der Publikation |
| invoice-portal.de | 30.04.2026 | invoice-portal.de – XRechnung 4.0 Details, Peppol-Timeline |
| VATupdate.com | 02.04.2026 | vatupdate.com/2026/04/02/cen-approves-en-16931-12026 – CEN-Genehmigung, EU Newsroom Quelle |
| The Invoicing Hub | 05.03.2026 | theinvoicinghub.com – Technische Details, UBL 2.5 / CII D25A Syntax-Timeline |
| e-invoice.app | 24.03.2026 | e-invoice.app/blog/xrechnung-4-germany – XRechnung 4.0, Backward-Compatibility, GEBA |
| RTC Suite | 20.02.2026 | rtcsuite.com – ViDA-Alignment, CIUS-Extension-Strategie |
| BSI Group (UK) | 31.03.2026 | knowledge.bsigroup.com – Offizielle nationale Publikation |
| EU-Kommission Digital | 06.03.2026 | ec.europa.eu/digital-building-blocks – Offizieller Zugang, Lizenzinfos |
| VATupdate.com | 09.03.2026 | vatupdate.com/2026/03/09/en-16931-update – Frühbericht zur Genehmigung |
Hinweis: Der vollständige Text der EN 16931-1:2026 ist kostenpflichtig über nationale Normungsstellen erhältlich (DIN für Deutschland, BSI für UK, AFNOR für Frankreich). Parts 1 und 2 sind gemäß EU-Kommissions-Lizenzvertrag kostenfrei zugänglich (ec.europa.eu Digital Building Blocks). Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Mai 2026.
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